Schmerzhafte Periode (Dysmenorrhoe): Sie müssen nicht leiden

Schmerzhafte Periode: Ursachen & Behandlung – Frauenärztin Basel
FMH Gynäkologie
Facharzttitel
SGGG
Mitglied
Kolposkopie-Diplom
Zertifiziert
DE · EN
Sprachen
Spalenvorstadt 3
4051 Basel
Starke Regelschmerzen sind häufig – aber sie sind nicht normal, und Sie müssen sie nicht jeden Monat aushalten. Leichte Beschwerden während der Menstruation können auftreten. Sobald Schmerzen aber Ihren Alltag einschränken oder regelmässig Schmerzmittel nötig machen, lohnt sich eine Abklärung.
In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden wirksam behandeln – oft schon, bevor eine eindeutige Diagnose feststeht. Viele Frauen planen ihren Alltag bereits nach ihrer Periode. Das muss nicht sein.
Betroffen sind Frauen in jedem Alter. Junge Frauen ohne vorangegangene Geburt haben häufiger primäre Krämpfe; bei zunehmenden oder neu auftretenden Schmerzen im späteren Verlauf sollte an eine sekundäre Ursache wie Endometriose oder Adenomyose gedacht werden.
Das Wichtigste
Auf einen Blick.
- Starke Regelschmerzen sind verbreitet, aber nicht einfach hinzunehmen.
- Die häufigsten Ursachen sind Gebärmutterkrämpfe (primäre Dysmenorrhoe) und die Endometriose.
- Für die Abklärung reichen meist ein ausführliches Gespräch und ein Ultraschall.
- Eine Hormonbestimmung ist bei schmerzhafter Periode in der Regel nicht nötig.
- Eine wirksame Behandlung ist auch ohne endgültige Diagnose möglich.
- Moderne Therapien können die Lebensqualität deutlich verbessern.
Ursachen
Hintergrund und Risikofaktoren.
Am häufigsten sind primäre Krämpfe der Gebärmutter
Durch vermehrt gebildete Prostaglandine zieht sich die Gebärmuttermuskulatur stark zusammen. Bei Frauen ohne vorangegangene vaginale Geburt ist der Muttermund von Natur aus etwas enger – das Öffnen gegen diesen engeren Ausgang während der Blutung kann die Krämpfe verstärken. Sekundäre Ursachen sind vor allem die Endometriose (gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe ausserhalb der Gebärmutter), seltener Adenomyose, Myome, Eierstockzysten, Verwachsungen oder Entzündungen.
Risikofaktoren
- Junges Alter, frühe Menarche
- Keine vorangegangene vaginale Geburt (engerer Muttermund)
- Familiäre Belastung für Endometriose
- Rauchen
- Starke oder verlängerte Blutungen
Häufigkeit
Regelschmerzen zählen zu den häufigsten gynäkologischen Beschwerden. Ein relevanter Anteil der betroffenen Frauen verpasst wegen der Periode regelmässig Schule, Studium oder Arbeit – das ist ein deutliches Signal für eine ärztliche Abklärung.
Symptome & Befunde
Wie zeigt es sich?
Typische Beschwerden
- krampfartige Unterbauchschmerzen
- ziehende Schmerzen im Rücken, teils bis in die Beine
- Übelkeit oder Durchfall
- Müdigkeit
- Ausfall von Beruf, Studium, Schule oder Sport
Häufige Zufallsbefunde
- Schmerzen bereits einige Tage vor der Periode (Hinweis auf Endometriose)
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen während der Periode
- Unerfüllter Kinderwunsch
Wann wird es entdeckt?
Notfall
umgehend ärztliche Hilfe oder Notfallstation bei plötzlichen, sehr starken einseitigen Unterbauchschmerzen, Ohnmacht/Kreislaufkollaps, Fieber mit Unterbauchschmerzen oder wenn die Schmerzen völlig anders sind als gewohnt.
Diagnostik
So wird die Diagnose gestellt.
Die meisten Frauen brauchen keine aufwendigen Untersuchungen. Im Zentrum stehen ein ausführliches Gespräch (Beginn, Dauer, Lokalisation und Stärke der Schmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Kinderwunsch, was bisher hilft), eine gynäkologische Untersuchung je nach Alter und Beschwerden sowie ein Ultraschall.
Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch (Anamnese)
- Gynäkologische Untersuchung (altersabhängig)
- Transvaginaler oder abdominaler Ultraschall
Was bedeuten die Befunde?
Im Ultraschall lassen sich viele anatomische Ursachen erkennen oder ausschliessen – Myome, grössere Endometriosezysten, Eierstockzysten, Adenomyose und weitere Veränderungen. Eine Hormonbestimmung liefert bei schmerzhafter Periode in der Regel keine hilfreichen Informationen und gehört nicht zur Standardabklärung. Wenn keine anatomische Ursache gefunden wird und die Beschwerden typisch sind, kann bereits wirksam behandelt werden – Sie müssen nicht jahrelang Schmerzen aushalten oder erst alle denkbaren Untersuchungen durchlaufen.
Behandlung
Mögliches Vorgehen.
Beobachten
Schnelle Selbsthilfe
Wärme (Wärmflasche, Wärmepflaster) auf dem Unterbauch entspannt die Muskulatur und wirkt bei vielen Frauen ähnlich gut wie ein Schmerzmittel. Leichte Bewegung, Dehnen oder ein Spaziergang fördern die Durchblutung; Bettruhe verstärkt die Beschwerden bei vielen eher. Diese Massnahmen behandeln die Beschwerden, nicht die Ursache.
Medikamente
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Mefenaminsäure, Ibuprofen oder Naproxen hemmen die Prostaglandinbildung und sind am wirksamsten, wenn sie bei den ersten Anzeichen oder kurz vor der erwarteten Blutung eingenommen werden – nicht erst, wenn der Schmerz schon stark ist. Nicht auf nüchternen Magen einnehmen; die Höchstdosis der Packung beachten. Wenn die Schmerzen regelmässig auftreten oder Schmerzmittel nicht ausreichen, kann eine hormonelle Behandlung sinnvoll sein: die kombinierte Antibabypille (bei Bedarf im Langzyklus), reine Gestagenpräparate oder eine Hormonspirale. Sie unterdrücken den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und reduzieren häufig sowohl Blutung als auch Schmerzen. Auch junge Frauen können davon profitieren. Die Entscheidung fällt individuell – entscheidend ist nicht das Alter, sondern wie stark die Beschwerden Ihre Lebensqualität beeinträchtigen.
Operation
Eine operative Abklärung (Bauchspiegelung) kann bei begründetem Verdacht auf Endometriose oder anderen anatomischen Ursachen sinnvoll sein – sie ist aber keine Voraussetzung für den Beginn einer wirksamen Behandlung.
Prävention
Was Sie selbst tun können.
- NSAR früh einnehmen – bei ersten Anzeichen oder kurz vor Beginn der Blutung
- Wärme lokal am Unterbauch anwenden
- Leichte Bewegung statt Bettruhe
- Rauchen meiden
- Bei anhaltenden Beschwerden hormonelle Optionen mit der Frauenärztin besprechen
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Häufige Fragen
FAQ.
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Fachlich verantwortlich.
Dr. med. Anna Margareta Wagner ist Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Praxis an der Spalenvorstadt 3 in Basel. Schwerpunkt operative Gynäkologie; weitere Schwerpunkte: gynäkologische Vorsorge, Kolposkopie und Dysplasiesprechstunde, Intimchirurgie, Schwangerschaftsbegleitung sowie Mädchen- und Jugendsprechstunde.
- Facharzttitel FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
- Schwerpunkt operative Gynäkologie
- Mitglied SGGG
- Zertifiziertes Kolposkopie-Diplom
- Sprachen: Deutsch, Englisch
- Versorgungsgebiet: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Nordwestschweiz
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Quellen
Wissenschaftliche Grundlagen.
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