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HPV – was das Virus bedeutet und was Sie wirklich tun müssen

Dr. med. Anna Margareta Wagner
Medizinisch geprüft von Dr. med. Anna Margareta WagnerFachärztin FMH · Gynäkologie und Geburtshilfe · Basel

HPV: Infektion, Vorsorge und Impfung – Frauenärztin Basel

Fachlich geprüft am · Dr. med. Anna Margareta Wagner, FMH Gynäkologie und GeburtshilfeSpalenvorstadt 3 · 4051 Basel · +41 61 666 62 10
  • FMH Gynäkologie

    Facharzttitel

  • SGGG

    Mitglied

  • Kolposkopie-Diplom

    Zertifiziert

  • DE · EN

    Sprachen

  • Spalenvorstadt 3

    4051 Basel

Auf einen Blick

HPV ist eine grosse Virusfamilie mit über 200 Typen; ein Teil davon betrifft den Genital-, Anal- und Rachenbereich. Hochrisiko-Typen (vor allem 16 und 18) können bei anhaltender Infektion Zellveränderungen und daraus Krebs verursachen – am Gebärmutterhals, in der Scheide, an den Schamlippen, am Anus, im Rachen und beim Mann am Penis. Niedrigrisiko-Typen (vor allem 6 und 11) verursachen Genitalwarzen: lästig, aber gutartig.

Übertragen wird HPV durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt im Intimbereich – auch ohne Penetration, auch bei oralem und analem Verkehr. Kondome senken das Risiko, verhindern die Übertragung aber nicht vollständig, weil auch nicht bedeckte Haut betroffen sein kann.

Eine HPV-Infektion ist keine Seltenheit und kein Zeichen von Nachlässigkeit. Das Immunsystem bringt sie in den allermeisten Fällen innerhalb von ein bis zwei Jahren selbst zum Verschwinden, ohne dass je Beschwerden auftreten.

Das Wichtigste
  • HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion – die meisten Menschen infizieren sich im Lauf des Lebens.
  • Bei den allermeisten verschwindet die Infektion innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst.
  • Relevant ist nicht der einmalige Nachweis, sondern die Persistenz über Jahre.
  • Von der Vorstufe bis zu einem Karzinom vergehen in der Regel zehn bis fünfzehn Jahre – ein sehr breites Zeitfenster für die Vorsorge.
  • Ein positiver HPV-Test bedeutet weder Krebs noch Untreue und erfordert keine sofortige Behandlung.
  • Impfung und Abstrich ergänzen sich: geimpfte Frauen brauchen weiterhin die Vorsorge.
Ursachen

Übertragen wird HPV durch Haut- und Schleimhautkontakt im Intimbereich. Gefährlich wird das Virus erst, wenn ein Hochrisiko-Typ über Jahre am Gebärmutterhals nachweisbar bleibt: Dann können Krebsvorstufen entstehen. Hygiene spielt dabei keine Rolle – eine HPV-Infektion hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun.

Risikofaktoren

  • Rauchen – der am besten belegte Kofaktor: Es verschlechtert die Fähigkeit, eine HPV-Infektion abzuräumen, und erhöht das Risiko für höhergradige Veränderungen deutlich.
  • Geschwächte Immunabwehr (Immunsuppression, HIV) – engere Kontrollintervalle nötig.
  • Anhaltender Nachweis eines Hochrisiko-Typs über mehrere Jahre.

Häufigkeit

Die Schweiz hat im internationalen Vergleich eine der niedrigsten Erkrankungsraten für Gebärmutterhalskrebs. Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger, gut umgesetzter Vorsorge – kein Zufall und kein Grund, die Kontrollen schleifen zu lassen.

Symptome & Befunde

Typische Beschwerden

  • Meist keine Symptome – eine HPV-Infektion verläuft in der Regel unbemerkt.
  • Genitalwarzen (Kondylome) bei Niedrigrisiko-Typen 6 und 11.
  • Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen keine Beschwerden und werden nur im Abstrich entdeckt.

Was ein positiver HPV-Befund bedeutet – und was nicht

Ein positiver HPV-Test bedeutet nicht, dass Sie Krebs haben oder bekommen werden.

Er sagt nichts darüber aus, wann Sie sich angesteckt haben

Eine Infektion kann Jahre zurückliegen und erst jetzt nachweisbar werden – ein HPV-Nachweis ist deshalb kein Hinweis auf Untreue, weder bei Ihnen noch bei Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner.

Er bedeutet auch nicht, dass Sie behandelt werden müssen

Gegen das Virus selbst gibt es keine Therapie. Behandelt werden – wenn überhaupt – Zellveränderungen, nicht der Virusnachweis.

Was er bedeutet

Sie gehören in eine kontrollierte Nachbeobachtung. Der zeitliche Verlauf entscheidet, nicht der Einzelbefund.

Diagnostik

Auffälliger Abstrich oder anhaltend positiver HPV-Befund führen zur Kolposkopie: Beurteilung des Gebärmutterhalses unter Vergrösserung, bei Bedarf mit gezielter Gewebeentnahme.

Untersuchungen

  • Pap-Abstrich – ab 21 Jahren, in der Schweiz die von der Grundversicherung gedeckte Methode.
  • HPV-Test – ab 30 Jahren fachlich als Alternative empfohlen, im Screening jedoch Selbstzahlerleistung (je nach Zusatzversicherung teilweise erstattet).
  • Kolposkopie mit gezielter Biopsie bei auffälligem Befund.

Was bedeuten die Befunde?

Co-Testing, also Pap und HPV-Test gleichzeitig, wird nicht mehr empfohlen – entweder oder. Über die Grundversicherung erfolgt der Abstrich bei unauffälligen Vorbefunden alle drei Jahre, bis etwa 70 Jahre. Bei auffälligen Befunden, nach Behandlung von Vorstufen oder bei geschwächtem Immunsystem gelten kürzere, individuell festgelegte Intervalle.

Vor 21 Jahren wird kein Abstrich gemacht

Gebärmutterhalskrebs ist in dieser Altersgruppe ausgesprochen selten, Zellveränderungen bilden sich sehr häufig spontan zurück. Hat noch nie Geschlechtsverkehr stattgefunden, ist kein Abstrich vom Gebärmutterhals nötig; bei Beschwerden ist eine Untersuchung mit einem Wattestäbchen möglich – eine gynäkologische Konsultation ist auch ohne Spekulumuntersuchung sinnvoll und möglich.

Behandlung

Beobachten

Gegen das Virus selbst gibt es keine Therapie. Leichtere Veränderungen (CIN 1) bilden sich häufig von selbst zurück und werden kontrolliert, nicht operiert.

Medikamente

Genitalwarzen werden je nach Ausdehnung lokal mit Cremes oder in der Praxis durch Abtragung behandelt. Wiederauftreten ist möglich, solange das Immunsystem das Virus nicht kontrolliert hat. Die Impfung deckt die beiden häufigsten auslösenden Typen mit ab.

Operation

Höhergradige Veränderungen (CIN 2/3) werden mit einem kleinen ambulanten Eingriff behandelt (LEEP/Konisation) – in der Praxis Dr. Wagner im eigenen Eingriffsraum an der Spalenvorstadt 3 in Basel.

Prävention
  • Basisimpfung für Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 14 Jahren, idealerweise abgeschlossen, bevor das Sexualleben beginnt.
  • Zwei Dosen, wenn die erste Dosis vor dem 15. Geburtstag erfolgt; danach drei Dosen.
  • Nachholimpfung von 15 bis 26 Jahren – im Rahmen der kantonalen Impfprogramme von der Franchise befreit; der gesetzliche Selbstbehalt von 10 % bleibt geschuldet.
  • Ab 27 Jahren: Der verwendete neunvalente Impfstoff ist bis 45 Jahre zugelassen. Individuelle Entscheidung und Selbstzahlerleistung; der zu erwartende Nutzen ist geringer, weil ein Teil der Typen bereits durchgemacht sein kann.
  • Auch Jungen profitieren: Sie erkranken selbst an HPV-bedingten Karzinomen (Anus, Rachen, Penis), und ihre Impfung unterbricht die Übertragungskette.
  • Nicht rauchen – Rauchen ist der am besten belegte Kofaktor für höhergradige Zellveränderungen.
  • Regelmässige Vorsorge beibehalten, auch nach vollständiger Impfung.
Impfung

Die Impfung behandelt keine bestehende Infektion, sie lässt keine vorhandenen Zellveränderungen verschwinden, und sie ersetzt die Vorsorge nicht. Geimpfte Frauen brauchen weiterhin den Abstrich, weil der Impfstoff nicht alle krebsauslösenden Typen abdeckt.

Der häufigste Denkfehler in der Sprechstunde

«Ich lebe seit Jahren in einer festen Beziehung, ich brauche das nicht.» HPV-Infektionen können Jahre zurückliegen und jederzeit wieder relevant werden, und Beziehungssituationen ändern sich. Die Impfung schützt zudem gegen die Typen, mit denen bisher kein Kontakt bestand.

In der Praxis Dr. Wagner

Abstrich im Rahmen der Vorsorge, HPV-Test auf Wunsch mit vorheriger Kostenaufklärung. Kolposkopie und gezielte Biopsie (Zusatzdiplom Zervixpathologie). Ambulante Behandlung von Vorstufen (LEEP/Konisation) im eigenen Eingriffsraum an der Spalenvorstadt 3 in Basel. Behandlung von Kondylomen. Impfberatung und Impfung, für Jugendliche im Rahmen des kantonalen Programms.

Video

Kurzes Erklärvideo zur HPV-Impfung. Es ersetzt kein persönliches Gespräch – die Beratung erfolgt in der Sprechstunde.

Häufige Fragen

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Über die Autorin

Fachlich verantwortlich.

Dr. med. Anna Margareta Wagner ist Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Praxis an der Spalenvorstadt 3 in Basel. Schwerpunkt operative Gynäkologie; weitere Schwerpunkte: gynäkologische Vorsorge, Kolposkopie und Dysplasiesprechstunde, Intimchirurgie, Schwangerschaftsbegleitung sowie Mädchen- und Jugendsprechstunde.

  • Facharzttitel FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Schwerpunkt operative Gynäkologie
  • Mitglied SGGG
  • Zertifiziertes Kolposkopie-Diplom
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Versorgungsgebiet: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Nordwestschweiz

Die Inhalte dieser Seite werden regelmässig anhand aktueller fachmedizinischer Empfehlungen überprüft.

Quellen
Persönliches Gespräch

Ihre Fragen – im geschützten Rahmen besprochen.

Jede Situation ist individuell. In der Sprechstunde nehmen wir uns Zeit, Ihre Befunde einzuordnen und gemeinsam den passenden nächsten Schritt zu finden.

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei medizinischen Beschwerden konsultieren Sie bitte eine Fachärztin oder einen Facharzt.

Notfall: Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie 144 oder kontaktieren Sie das Universitätsspital Basel.

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