Pap-Abstrich und Kolposkopie

Früherkennung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals
FMH Gynäkologie
Facharzttitel
SGGG
Mitglied
Kolposkopie-Diplom
Zertifiziert
DE · EN
Sprachen
Spalenvorstadt 3
4051 Basel
Der Pap-Abstrich und die Kolposkopie gehören zu den wichtigsten Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen.
Dank moderner Vorsorge können Zellveränderungen oft viele Jahre vor einer möglichen Krebserkrankung erkannt werden. Die meisten auffälligen Befunde sind gut behandelbar oder bilden sich von selbst zurück.
Die Früherkennung richtet sich grundsätzlich an Frauen zwischen 21 und 70 Jahren. Die empfohlenen Kontrollintervalle hängen von Alter, Vorbefunden und der persönlichen Situation ab.
Das Wichtigste
Auf einen Blick.
- Der Pap-Abstrich dient der Früherkennung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals.
- HPV ist die häufigste Ursache solcher Veränderungen.
- Ein auffälliger Pap-Abstrich bedeutet nicht automatisch Krebs.
- Die Kolposkopie ermöglicht eine genaue Beurteilung auffälliger Befunde.
- Die HPV-Impfung ist der wirksamste Schutz vor HPV-bedingten Krebsvorstufen.
- Viele Zellveränderungen heilen spontan aus.
Ursachen
Hintergrund und Risikofaktoren.
Humane Papillomaviren (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Viren weltweit. Die meisten sexuell aktiven Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit HPV in Kontakt. In den meisten Fällen wird das Virus vom Immunsystem erfolgreich beseitigt. Bestimmte Hochrisiko-HPV-Typen können jedoch über viele Jahre Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen. Je nach Alter und Vorgeschichte kommt deshalb entweder der Pap-Abstrich oder der HPV-Test zum Einsatz – die routinemässige Kombination beider Tests (Co-Testing) wird nicht mehr empfohlen, weil sie keinen relevanten Zusatznutzen bringt, aber mehr Kosten und mehr Folgeuntersuchungen erzeugt.
Risikofaktoren
- Frühere auffällige Pap-Befunde
- Positiver HPV-Test (insbesondere Hochrisiko-Typen)
- Zustand nach Dysplasie oder Konisation
- Rauchen
- Geschwächtes Immunsystem
Häufigkeit
HPV-Infektionen sind sehr häufig. Behandlungspflichtige Vorstufen treten nur bei einem kleinen Anteil der infizierten Frauen auf – gerade bei jüngeren Frauen bilden sich viele Veränderungen ohne Behandlung wieder zurück.
Symptome & Befunde
Wie zeigt es sich?
Typische Beschwerden
- Frühe Zellveränderungen verursachen in der Regel keine Beschwerden
- Selten: Zwischenblutungen oder Blutung nach Geschlechtsverkehr
- Veränderter Ausfluss
Häufige Zufallsbefunde
- Auffälliger Pap-Befund im Rahmen der Vorsorge
- Positiver HPV-Test
- Auffällige Kolposkopie bei Kontrolluntersuchung
Wann wird es entdeckt?
Da Vorstufen meist symptomlos sind, ist die regelmässige gynäkologische Vorsorge der wichtigste Weg zur Früherkennung.
Diagnostik
So wird die Diagnose gestellt.
Beim Pap-Abstrich werden mit einer kleinen Bürste Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Ziel ist es, frühe Zellveränderungen zu erkennen, bevor Beschwerden entstehen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.
Bei auffälligem Befund folgt die Kolposkopie
eine vergrösserte Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einem speziellen Untersuchungsmikroskop. Nach Einführen eines Spekulums wird der Gebärmutterhals betrachtet und mit speziellen Lösungen untersucht – beim Essigsäure-Test färben sich bestimmte Zellveränderungen vorübergehend weiss, bei der Jodprobe reagieren gesunde und veränderte Schleimhaut unterschiedlich. Falls notwendig, wird eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und feingeweblich untersucht. Eine Kolposkopie dauert meist zwischen 10 und 20 Minuten.
Untersuchungen
- Pap-Abstrich (Zervixzytologie) – Standard ab 21 Jahren
- HPV-Test (Hochrisiko-Typen) – alternativ ab 30 Jahren oder zur Abklärung; nicht routinemässig zusätzlich zum Abstrich
- Kolposkopie mit Essigsäure-Test und Jodprobe
- Gezielte Biopsie bei auffälligen Arealen
- Endozervikale Kürettage bei Bedarf
Was bedeuten die Befunde?
Ein auffälliger Pap-Befund bedeutet nicht automatisch Krebs. Er zeigt lediglich, dass veränderte Zellen gefunden wurden, die genauer beurteilt werden sollten. Mögliche Ursachen sind HPV-Infektionen, Entzündungen, vorübergehende Zellveränderungen oder Dysplasien (Krebsvorstufen). Als Dysplasie bezeichnet man Zellveränderungen am Gebärmutterhals; je nach Ausprägung werden verschiedene Schweregrade unterschieden. Leichte Veränderungen bilden sich häufig spontan zurück, höhergradige Veränderungen benötigen teilweise engmaschige Kontrollen oder eine Behandlung.
Behandlung
Mögliches Vorgehen.
Beobachten
Leichte Dysplasien bilden sich häufig spontan zurück und werden zunächst nur in engeren Abständen kontrolliert (Pap-Abstrich, HPV-Test, ggf. Kolposkopie).
Medikamente
Eine ursächliche medikamentöse Therapie der HPV-Infektion existiert nicht. Begleitende Entzündungen werden gezielt behandelt. Feigwarzen (Condylomata acuminata) werden mit den dafür etablierten Verfahren behandelt – lokale Medikamente oder Abtragung. Welches Vorgehen passt, besprechen wir im Einzelfall.
Operation
Höhergradige Dysplasien werden in der Regel mit einem kleinen Eingriff (LEEP/Konisation) entfernt. Der Eingriff erfolgt meist ambulant und ist gut verträglich.
Prävention
Was Sie selbst tun können.
- HPV-Impfung – am wirksamsten vor dem ersten Geschlechtsverkehr; in der Schweiz wird ein nonavalenter (9-fach) Impfstoff verwendet, der gegen die wichtigsten Hochrisiko-HPV-Typen schützt
- Nachholimpfung («Catch-up») wird bis zum 27. Geburtstag empfohlen und von den kantonalen Impfprogrammen vollständig übernommen – eine Impfung kann auch nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch sinnvoll sein
- Über 26 Jahre ist der Impfstoff bis 45 Jahre zugelassen, aber nicht generell empfohlen: die Kosten tragen Sie selbst, der Nutzen hängt von Ihrer persönlichen Situation ab
- Umstieg von 4-fach auf 9-fach Impfung: die Kosten werden in der Schweiz im Rahmen der kantonalen Impfprogramme bis zum 27. Geburtstag übernommen
- In der Schweiz gilt bei Impfbeginn zwischen 11 und 14 Jahren das Zwei-Dosen-Schema (0/6 Monate), ab 15 Jahren das Drei-Dosen-Schema – je früher geimpft wird, desto besser ist die Immunantwort
- Regelmässige gynäkologische Vorsorge (auch nach HPV-Impfung)
- Verzicht auf Rauchen
- Safer Sex senkt das HPV-Übertragungsrisiko
Ein Termin. Ein Hauptanliegen. Damit wir Ihnen fachlich sauber und in Ruhe begegnen können, behandeln wir pro Termin ein Hauptthema. Weitere Anliegen oder komplexe Zusatzfragen planen wir gerne in einem separaten Termin. Das erlaubt Sprechstunden ohne lange Wartezeiten – wir bitten Sie um Ihr Verständnis.
Häufige Fragen
FAQ.
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Fachlich verantwortlich.
Dr. med. Anna Margareta Wagner ist Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Praxis an der Spalenvorstadt 3 in Basel. Schwerpunkt operative Gynäkologie; weitere Schwerpunkte: gynäkologische Vorsorge, Kolposkopie und Dysplasiesprechstunde, Intimchirurgie, Schwangerschaftsbegleitung sowie Mädchen- und Jugendsprechstunde.
- Facharzttitel FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
- Schwerpunkt operative Gynäkologie
- Mitglied SGGG
- Zertifiziertes Kolposkopie-Diplom
- Sprachen: Deutsch, Englisch
- Versorgungsgebiet: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Nordwestschweiz
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Quellen
Ihre Fragen – im geschützten Rahmen besprochen.
Jede Situation ist individuell. In der Sprechstunde nehmen wir uns Zeit, Ihre Befunde einzuordnen und gemeinsam den passenden nächsten Schritt zu finden.