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Praxis Dr. Wagner · Basel

Was wir bewusst nicht machen

Fünf Untersuchungen und Behandlungen, die häufig erwartet werden – und die wir ohne Grund nicht durchführen.

Gute Medizin heisst nicht, möglichst viel zu tun. Sie heisst, das Richtige zu tun und das Übrige begründet wegzulassen. Die folgenden fünf Punkte folgen den Empfehlungen von «Smarter Medicine» (Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin) und den internationalen Choosing-Wisely-Listen. Jeder Punkt ist eine Entscheidung – keine Regel. Wenn es in Ihrem Fall einen medizinischen Grund gibt, machen wir es. Diese Seite ist eine Entscheidungshilfe und führt Sie zu den ausführlichen Beiträgen.

Die fünf Punkte

01 · Krebsvorsorge

Kein jährlicher Pap-Abstrich ohne Grund

Der Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich über Jahre. Ein jährlicher Abstrich findet deshalb nicht mehr Krebs, sondern mehr harmlose Veränderungen, die von selbst verschwinden – und führt zu Kontrollen, Kolposkopien und Eingriffen, die niemandem genützt hätten.

Empfohlen ist bei unauffälligen Befunden ein Intervall von drei Jahren (Zytologie) beziehungsweise fünf Jahren (HPV-Test ab 30). Häufiger untersuchen wir bei auffälligen Vorbefunden, nach Konisation, bei Immunsuppression oder auf begründeten Wunsch.

Die jährliche gynäkologische Kontrolle bleibt sinnvoll – sie besteht aber aus Gespräch, Untersuchung und Ultraschall, nicht automatisch aus einem Abstrich.

Quelle: smarter medicine – Gynäkologie und Geburtshilfe

02 · Hormone

Keine routinemässige Hormonabklärung

Ein breiter Hormonstatus «zur Sicherheit» beantwortet fast nie die Frage, die Sie stellen. In der Perimenopause schwanken FSH und Östradiol von Tag zu Tag: ein Normalwert schliesst nichts aus, ein auffälliger Wert beweist nichts. Die Diagnose stellt sich aus Zyklus, Symptomen und Zeitverlauf.

Gezielte Werte bestimmen wir, wenn sie eine Konsequenz haben – etwa TSH bei Zyklusstörungen, Prolaktin bei Milchfluss, Testosteron und AMH bei konkreter Fragestellung oder Ferritin bei Erschöpfung.

Auch die Therapie mit körperidentischen Hormonen wird nach Beschwerden gesteuert, nicht nach Blutwerten. Speichel- und Urin-Hormonprofile setzen wir nicht ein.

Quelle: NICE NG23 – Menopause: diagnosis and management

03 · Blase

Keine Antibiotika bei asymptomatischer Bakteriurie

Bakterien im Urin ohne Beschwerden sind keine Blasenentzündung. Sie werden ausserhalb der Schwangerschaft und vor urologischen Eingriffen nicht behandelt: Antibiotika verhindern in dieser Situation keine spätere Infektion, verursachen aber Nebenwirkungen, Pilzinfekte und Resistenzen.

Auch beim unkomplizierten Harnwegsinfekt ist ein Antibiotikum nicht der einzige Weg. Ein grosser Teil der Beschwerden bessert sich innerhalb von 48 Stunden ohne Antibiotikum – mit Schmerzmittel, Trinkmenge und einer klaren Rückmeldegrenze.

In der Schwangerschaft ohne Risikofaktoren wird nach aktueller SGGG-Empfehlung ebenfalls nicht mehr routinemässig gescreent. Gesucht und bei Keimnachweis behandelt wird bei St. n. Frühgeburt, St. n. Spätabort, Diabetes mellitus, Immunsuppression, Störungen der Harnwege oder St. n. Pyelonephritis. Ein symptomatischer Infekt wird in der Schwangerschaft immer behandelt.

Quelle: IDSA – Asymptomatic Bacteriuria Guideline

04 · Myome

Keine Behandlung von Myomen ohne Beschwerden

Myome sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter und sehr häufig. Ein Myom, das keine Blutungsstörung, keine Schmerzen und keinen Druck verursacht, braucht keine Operation und keine Hormone – nur eine Verlaufskontrolle.

Weder Grösse allein noch die Zahl der Myome sind ein Behandlungsgrund. Entscheidend sind Ihre Beschwerden, die Lage des Myoms und Ihre Familienplanung.

Wenn eine Operation vorgeschlagen wurde und Sie unsicher sind, ist das ein klassischer Fall für eine Zweitmeinung – ohne eigenes Interesse an der Operation, denn wir operieren keine Myome.

Quelle: ACOG – Management of Symptomatic Uterine Leiomyomas

05 · Eierstöcke

Keine Operation harmloser Ovarialzysten

Die meisten Zysten am Eierstock sind funktionelle Zysten und verschwinden innerhalb weniger Wochen von selbst. Eine einfache, dünnwandige Zyste ohne verdächtige Merkmale wird kontrolliert, nicht operiert.

Jede Operation am Eierstock kostet Eierstockgewebe und damit Reserve. Bei Frauen mit Kinderwunsch ist das ein echtes Argument gegen den schnellen Eingriff.

Operiert wird bei anhaltenden Beschwerden, bei Grössenzunahme, bei verdächtigen Ultraschallmerkmalen oder bei einer Stieldrehung – also bei einem Befund, nicht bei einer Zahl.

Quelle: RCOG Green-top Guideline No. 62 – Ovarian Cysts in Premenopausal Women

Und die Premium-Vorsorge?

Auf dieser Seite steht «kein jährlicher Abstrich» – und wir bieten gleichzeitig eine Premium-Jahreskontrolle an. Das ist kein Widerspruch, und wir wollen es lieber selbst benennen als es erklären müssen.

Die Premium-Vorsorge macht nicht mehr Screening. Sie enthält keinen zusätzlichen Abstrich und keine zusätzlichen Laborwerte, für die es keine Indikation gibt. Was sie enthält, ist Zeit, gynäkologischer Ultraschall und Brustultraschall sowie die ärztliche Einordnung der Befunde in einem Termin.

Der Unterschied liegt also in Untersuchungstiefe und Beratung, nicht in der Häufigkeit. Wer die reguläre Vorsorge über die Grundversicherung wählt, erhält jede medizinisch indizierte Untersuchung – daran ändert das Premium-Angebot nichts.

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Fragen zu einer Empfehlung, die Sie erhalten haben?

Wenn Ihnen eine Untersuchung, eine Hormontherapie oder eine Operation empfohlen wurde und Sie unsicher sind, ordnen wir den Befund unabhängig ein. Pro Termin ein Hauptanliegen – damit dafür genug Zeit bleibt.

+41 61 666 62 10 · Spalenvorstadt 3, 4051 Basel

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