PMS und PMDS: Wenn die Tage zur Belastung werden

PMS & PMDS: Symptome und Behandlung – Frauenärztin Basel
FMH Gynäkologie
Facharzttitel
SGGG
Mitglied
Kolposkopie-Diplom
Zertifiziert
DE · EN
Sprachen
Spalenvorstadt 3
4051 Basel
Viele Frauen fühlen sich in den Tagen vor der Menstruation anders als sonst – gereizter, emotionaler oder körperlich unwohl. Leichte Beschwerden sind häufig und normal. Werden sie aber jeden Monat so stark, dass Beruf, Familie oder Partnerschaft leiden, kann ein prämenstruelles Syndrom (PMS) oder – in besonders ausgeprägten Fällen – eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS, englisch PMDD) dahinterstecken.
Sie müssen diese Beschwerden nicht einfach hinnehmen. Es gibt wirksame Behandlungen – von Lebensstilmassnahmen über hormonelle Therapien bis hin zu SSRI bei PMDS.
Betroffen sind Frauen jeden Alters mit Zyklus. Entscheidend ist das zeitliche Muster: Beschwerden nur in der zweiten Zyklushälfte, mit Beginn der Periode rasch besser.
Das Wichtigste
Auf einen Blick.
- Leichte Beschwerden vor der Periode sind häufig und normal.
- Belasten sie jeden Monat spürbar Alltag, Arbeit oder Beziehungen, kann ein PMS oder – schwerer – eine PMDS vorliegen.
- Typisch: Beschwerden nur in der zweiten Zyklushälfte, mit Beginn der Periode rasch weg.
- Die Hormonwerte sind meist normal – eine Hormonbestimmung ist in der Regel nicht nötig.
- Wirksame Behandlungen: Lebensstil, hormonelle Therapien und bei PMDS auch SSRI.
- Für die kombinierte Pille mit Drospirenon im 24/4-Schema besteht die stärkste Evidenz.
Ursachen
Hintergrund und Risikofaktoren.
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Frauen mit PMS oder PMDS haben in der Regel keinen Hormonmangel und keine Hormonstörung – die Hormonwerte sind meist völlig normal. Man geht davon aus, dass manche Frauen besonders empfindlich auf die normalen hormonellen Schwankungen nach dem Eisprung reagieren. Nicht die Menge der Hormone ist das Problem, sondern die individuelle Empfindlichkeit von Körper und Gehirn gegenüber diesen Veränderungen. Deshalb hilft eine Hormonbestimmung in den meisten Fällen nicht weiter.
Risikofaktoren
- Familiäre Häufung
- Bekannte Depression oder Angststörung (können sich prämenstruell verstärken)
- Hohe Stressbelastung, Schlafmangel
Häufigkeit
Leichte prämenstruelle Beschwerden sind sehr häufig. Ein deutlich belastendes PMS und die schwerere PMDS sind seltener, aber gut behandelbar.
Symptome & Befunde
Wie zeigt es sich?
Typische Beschwerden
- Körperlich: Brustspannen, Blähungen, Wassereinlagerungen, Unterbauchschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Heisshunger, Schlafstörungen
- Psychisch: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, erhöhte Emotionalität, Ängstlichkeit, innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, verminderte Belastbarkeit
- Beginn einige Tage bis etwa zwei Wochen vor der Menstruation
- Deutliche Besserung mit Einsetzen der Periode
- Beschwerdefreies Intervall nach der Periode
Häufige Zufallsbefunde
- PMDS: ausgeprägte Reizbarkeit, starke Stimmungsschwankungen, depressive Stimmung, Angst, Hoffnungslosigkeit
- Konflikte in Partnerschaft oder Familie
- Deutliche Einschränkung im Berufs- und Privatleben
Wann Sie reagieren sollten
PMDS ist kein Notfall – kann aber einer werden. Wenn Sie sich vor der Periode so schlecht fühlen, dass Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder nicht mehr leben zu wollen: warten Sie nicht – holen Sie sofort Hilfe. Im akuten Notfall Tel. 144 (Sanität) oder direkt in die nächste Notaufnahme.
Rund um die Uhr erreichbar
Dargebotene Hand Tel. 143. In unserer Praxis erhalten Sie zeitnah einen Termin. Suizidale Gedanken sind bei PMDS ein bekanntes, behandelbares Symptom – kein Zeichen von Schwäche.
Diagnostik
So wird die Diagnose gestellt.
Für die Behandlung ist eine Frage entscheidend
Fühlen Sie sich zwischen den Perioden wieder ganz wie sich selbst? Bestehen die Beschwerden – etwa eine gedrückte Stimmung oder Ängste – den ganzen Zyklus über und verstärken sich lediglich vor der Periode, steckt häufig eine andere, ebenfalls gut behandelbare Ursache dahinter (zum Beispiel eine Depression oder Angststörung), die anders behandelt wird. Diese Unterscheidung gelingt am besten mit einem Symptomtagebuch über zwei bis drei Zyklen.
Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch (Beginn, Ende, Stärke, Alltagswirkung, monatliche Wiederkehr)
- Symptomtagebuch über 2–3 Zyklen
- Gynäkologische Untersuchung, bei Bedarf mit Ultraschall
Was bedeuten die Befunde?
PMS und PMDS werden anhand der typischen Beschwerden und ihres zeitlichen Zusammenhangs mit dem Zyklus diagnostiziert. Eine Hormonbestimmung gehört nicht zur Standardabklärung.
Behandlung
Mögliches Vorgehen.
Beobachten
Die Behandlung richtet sich nach der Stärke der Beschwerden und Ihren persönlichen Bedürfnissen.
Lebensstil
regelmässige Bewegung, ausreichend Schlaf, weniger Stress, ausgewogene Ernährung und ein regelmässiger Tagesrhythmus können bereits spürbar helfen. Magnesium (z. B. 200–300 mg täglich, bevorzugt in der zweiten Zyklushälfte) kann bei vielen Frauen körperliche Beschwerden wie Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen und Reizbarkeit lindern und ist gut verträglich. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann wirksam sein – allein oder ergänzend zur medikamentösen Behandlung.
Medikamente
Schmerzmittel
Bei Unterbauch- oder Kopfschmerzen helfen NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen.
Hormonell (bei relevanter Beeinträchtigung)
Ziel ist, den Eisprung zu unterdrücken und die hormonellen Schwankungen zu reduzieren. Für die kombinierte Pille mit Ethinylestradiol und Drospirenon im 24/4-Schema besteht die beste Evidenz; sie kann körperliche wie psychische Beschwerden bei PMS und besonders bei PMDS lindern. Für Drospirenon allein (z. B. Slinda®) gibt es erste vielversprechende Studien und gute klinische Erfahrungen bei bisher kleinerer Datenlage. Bei ausgeprägten Beschwerden auch als Langzyklus oder kontinuierlich ohne monatliche Pause möglich.
PMDS
SSRI-Antidepressiva sind eine der wirksamsten Optionen – täglich oder nur in der zweiten Zyklushälfte, oft schon nach wenigen Tagen wirksam.
Operation
Ein operativer Eingriff ist bei PMS und PMDS nicht die Regel. In seltenen, sehr schweren und therapieresistenten Fällen gibt es weitere spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten, die wir gemeinsam besprechen.
Prävention
Was Sie selbst tun können.
- Symptomtagebuch über 2–3 Zyklen führen
- Regelmässige Bewegung, ausreichend Schlaf, stabiler Tagesrhythmus
- Ausgewogene Ernährung, Stress reduzieren
- Magnesium (200–300 mg/Tag, v. a. in der 2. Zyklushälfte) kann körperliche Beschwerden und Reizbarkeit lindern; Vitamin B6 zusätzlich möglich
- Frühzeitig Hilfe holen, wenn Beschwerden Alltag oder Beziehungen belasten
Ein Termin. Ein Hauptanliegen. Damit wir Ihnen fachlich sauber und in Ruhe begegnen können, behandeln wir pro Termin ein Hauptthema. Weitere Anliegen oder komplexe Zusatzfragen planen wir gerne in einem separaten Termin. Das erlaubt Sprechstunden ohne lange Wartezeiten – wir bitten Sie um Ihr Verständnis.
Häufige Fragen
FAQ.
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Fachlich verantwortlich.
Dr. med. Anna Margareta Wagner ist Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Praxis an der Spalenvorstadt 3 in Basel. Schwerpunkt operative Gynäkologie; weitere Schwerpunkte: gynäkologische Vorsorge, Kolposkopie und Dysplasiesprechstunde, Intimchirurgie, Schwangerschaftsbegleitung sowie Mädchen- und Jugendsprechstunde.
- Facharzttitel FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
- Schwerpunkt operative Gynäkologie
- Mitglied SGGG
- Zertifiziertes Kolposkopie-Diplom
- Sprachen: Deutsch, Englisch
- Versorgungsgebiet: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Nordwestschweiz
Die Inhalte dieser Seite werden regelmässig anhand aktueller fachmedizinischer Empfehlungen überprüft.
Quellen
Wissenschaftliche Grundlagen.
Ihre Fragen – im geschützten Rahmen besprochen.
Jede Situation ist individuell. In der Sprechstunde nehmen wir uns Zeit, Ihre Befunde einzuordnen und gemeinsam den passenden nächsten Schritt zu finden.