Verhütung – welche Methode passt zu mir?

Verhütungsberatung Basel – welche Verhütung passt zu mir?
FMH Gynäkologie
Facharzttitel
SGGG
Mitglied
Kolposkopie-Diplom
Zertifiziert
DE · EN
Sprachen
Spalenvorstadt 3
4051 Basel
Verhütung ist so persönlich wie Ihr Zyklus. Was für eine Freundin ideal ist, muss nicht zu Ihnen passen. Deshalb schauen wir gemeinsam, was für Ihren Körper, Ihre Lebensphase und Ihre Wünsche stimmt – von der ersten Pille bis zur Verhütung in den Wechseljahren.
Wir empfehlen nicht eine bestimmte Methode, sondern diejenige, die für Sie am besten geeignet ist. Vor- und Nachteile erklären wir verständlich, wir entscheiden mit Ihnen – nicht für Sie. Und wenn eine Methode medizinisch nicht zu Ihnen passt, sagen wir Ihnen das offen und begründen es.
In der Beratung schauen wir gemeinsam: medizinische Vorgeschichte, Blutungsstärke und Zyklus, Kinderwunsch, Migräne, Thromboserisiko, aktuelle Medikamente und Ihre persönliche Lebenssituation.
Das Wichtigste
Auf einen Blick.
- Hormonelle Methoden: Kombinationspille, Gestagenpille, Ring, Pflaster, Stäbchen (3 J.), Dreimonatsspritze.
- Hormonfrei: Kupferspirale, Barrieremethoden (Kondom, Frauenkondom, Diaphragma).
- Bei Migräne mit Aura keine Kombipille – geeignet sind Gestagenmethoden oder hormonfreie Methoden.
- Notfallverhütung so früh wie möglich: Levonorgestrel bis 72 h, Ulipristalacetat bis 120 h, Kupferspirale bis 5 Tage (sicherste Option).
- Dauerhafte Verhütung: Vasektomie des Partners ist meist der kleinere Eingriff als die Sterilisation der Frau.
- Zu Hormon- und Kupferspirale: siehe eigene, ausführliche Seite.
Ursachen
Hintergrund und Risikofaktoren.
Was ist Ihnen wichtig?
Vier einfache Wege zur passenden Methode
1) Ohne Hormone – Kupferspirale, Kondom/Diaphragma oder dauerhafte Verhütung. 2) Einmal gemacht, jahrelang sicher – Hormonspirale, Hormonstäbchen oder Dreimonatsspritze. 3) Zyklus mitregulieren (weniger Blutung, weniger Schmerzen, bessere Haut) – Pille, Vaginalring oder Hormonspirale. 4) In besonderen Lebensphasen (Migräne mit Aura, Stillzeit, nach der Geburt, Wechseljahre) – persönliche Beratung, siehe Tabelle unten.
Risikofaktoren
- Migräne mit Aura: keine kombinierten hormonellen Methoden (Pille, Ring, Pflaster)
- Starkes Rauchen ab 35 Jahren: erhöhtes Thromboserisiko unter Kombipille
- Erhöhtes Thromboserisiko oder Thrombose in der Vorgeschichte
- Stillzeit (Kombipille nicht empfohlen)
- Bestimmte Vorerkrankungen – vor Verordnung gemeinsam abklären
Häufigkeit
Zu den zuverlässigsten Methoden gehören Verhütungsstäbchen und Spiralen – weil kein täglicher Anwendungsfehler möglich ist.
Symptome & Befunde
Wie zeigt es sich?
Typische Beschwerden
- Kombinationspille: meist schwächere, regelmässigere, besser planbare Blutung; oft weniger Regelschmerzen und PMS; häufig besseres Hautbild
- Gestagenpille: oft unregelmässige Schmierblutungen oder Ausbleiben der Blutung – beides unbedenklich
- Ring / Pflaster: Vorteile wie Kombipille, ohne tägliche Einnahme
- Stäbchen: unregelmässige Blutungen bis Ausbleiben der Periode – sehr individuell
- Dreimonatsspritze: unregelmässige Blutungen, mögliche Gewichtszunahme, verzögerte Rückkehr der Fruchtbarkeit
Häufige Zufallsbefunde
- Kombipille erhöht das Thromboserisiko leicht
- Dreimonatsspritze kann bei längerer Anwendung die Knochendichte reduzieren
Wann Sie sich melden sollten
Bei Verdacht auf Schwangerschaft, starken oder ungewöhnlichen Blutungen, plötzlichen Kopfschmerzen, Sehstörungen, Wadenschmerzen oder Atemnot unter hormoneller Verhütung – bitte umgehend Kontakt aufnehmen.
Diagnostik
So wird die Diagnose gestellt.
In der Beratung besprechen wir Ihre Vorgeschichte, Zyklus- und Blutungsmuster, Migräne, Thromboserisiko und aktuelle Medikamente. Dazu kommen gynäkologische Untersuchung und, wenn sinnvoll, ein vaginaler Ultraschall. Auf dieser Grundlage empfehlen wir die passende Methode – oder klären offen, warum eine gewünschte Methode nicht infrage kommt.
Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch (Ziele, Vorgeschichte, Lebensphase)
- Gezielte körperliche Untersuchung
- Vaginaler Ultraschall, wenn indiziert
Was bedeuten die Befunde?
Ein Methodenwechsel ist grundsätzlich jederzeit möglich und wird gemeinsam geplant.
Behandlung
Mögliches Vorgehen.
Beobachten
Hormonell – Die Pille
- Kombinationspille (Östrogen + Gestagen) verhindert vor allem den Eisprung
- Bei korrekter Einnahme sehr zuverlässig, mit vielen Zusatzwirkungen (schwächere Blutung, weniger PMS, oft besseres Hautbild). Muss täglich eingenommen werden
- Nicht geeignet bei Migräne mit Aura, starkem Rauchen ab 35 Jahren und bestimmten Vorerkrankungen. Gestagenpille (z. B. Slinda® oder Desogestrel) kommt ohne Östrogen aus – gute Wahl in Stillzeit, bei Migräne mit Aura oder erhöhtem Thromboserisiko. Blutungsmuster oft unregelmässig. Moderne Drospirenon-Präparate verzeihen kleine Ungenauigkeiten bei der Einnahme etwas besser
Medikamente
Verhütungsring und -pflaster enthalten dieselbe Wirkstoffgruppe wie die Kombinationspille, aber ohne tägliche Anwendung. Der Ring bleibt drei Wochen liegen, das Pflaster wird wöchentlich gewechselt (3 Wochen, dann Pause). Vorteile und Einschränkungen entsprechen der Kombipille – bei Migräne mit Aura nicht geeignet.
Verhütungsstäbchen (Implanon NXT®)
weiches Implantat am Innen-Oberarm, gibt kontinuierlich Gestagen ab, schützt drei Jahre. Sehr sicher, weil kein Anwendungsfehler möglich ist.
Häufigste Begleiterscheinung
unregelmässige Blutungen bis Ausbleiben. Einlage und Entfernung in wenigen Minuten unter örtlicher Betäubung.
Dreimonatsspritze
alle 12 Wochen ein Gestagen-Depot. Zuverlässig, aber heute deutlich seltener eingesetzt – mögliche Gewichtszunahme, unregelmässige Blutungen, verzögerte Rückkehr der Fruchtbarkeit, bei langer Anwendung Knochendichte-Abnahme. Nur, wenn andere Methoden nicht infrage kommen.
Barrieremethoden
Kondom (rezeptfrei, einzige Methode mit STI-Schutz), Frauenkondom, Diaphragma (Silikonkappe mit Gel, individuell anpassen) – hormonfrei, flexibel, ergänzend gut kombinierbar.
Notfallverhütung
Levonorgestrel («Pille danach», rezeptfrei) verschiebt den Eisprung, wirkt bis 72 h – je früher, desto sicherer. Ulipristalacetat (ellaOne®) wirkt bis 120 h und auch, wenn der Eisprung näher rückt; bei höherem Körpergewicht der rezeptfreien Variante überlegen. Kupferspirale ist die sicherste Notfallverhütung, bis 5 Tage – mit dem Vorteil, anschliessend als Langzeitverhütung weiterzuwirken.
Operation
Dauerhafte Verhütung bei abgeschlossener Familienplanung
Bei der Sterilisation der Frau werden die Eileiter verschlossen – operativer Eingriff, endgültig. Die Vasektomie des Partners ist meist der kleinere und risikoärmere Eingriff, erfolgt in örtlicher Betäubung und gilt erst nach Kontrolluntersuchung als sicher. Wir besprechen die Optionen offen und ohne Drängen.
Nicht empfohlen
Kupferkette und Kupferball zeigen in unabhängigen Studien eine höhere Ausstossungsrate als die etablierte Kupferspirale – dadurch geht der Verhütungsschutz häufiger unbemerkt verloren. Wir setzen deshalb auf bewährte Methoden.
Prävention
Was Sie selbst tun können.
- Jugendliche: Pille, Gestagenpille, Implantat
- Nach der Geburt / Stillzeit: Gestagenpille, Hormonspirale, Kupferspirale
- Starke Perioden: Hormonspirale
- Endometriose: Gestagenmethoden, Hormonspirale
- Migräne mit Aura: Gestagenmethoden oder hormonfreie Methoden (keine Kombipille)
- Kein Kinderwunsch für mehrere Jahre: Spirale oder Implantat
- Baldige Schwangerschaft geplant: Pille oder Kondom
- Wechseljahre: individuell – Beratung
Expert Opinion
Warum ich Slinda durchgehend verordne
Meiner Meinung nach ist die einnahmefreie Zeit bei modernen Gestagenpillen ein Konstruktionsfehler, den wir aus der Geschichte der Pille übernommen haben und nicht aus der Medizin. Ich, Dr. med. Anna M. Wagner, gebe hier meine persönliche Einschätzung wieder. Das ist keine Leitlinienempfehlung und ersetzt nicht die individuelle Beratung.
Die Blutung in der Pillenpause ist keine Regelblutung, sondern eine Entzugsblutung. Sie hat keinen gesundheitlichen Nutzen. Was sie zuverlässig erzeugt, sind Hormonschwankungen in genau den Tagen, in denen viele Frauen Kopfschmerzen, Unterbauchschmerzen und Stimmungstiefs berichten.
Was ich konkret mache
Slinda (Drospirenon 4 mg) verordne ich in der Regel durchgehend, also ohne die vorgesehenen vier hormonfreien Tage. Der Verhütungsschutz bleibt erhalten, der Zyklus wird ruhiger und Schmierblutungen nehmen über die ersten Monate meist ab.
Das 24/4-Schema halte ich für eine unnötige Schwachstelle
Es erzeugt in vier Tagen einen Hormonabfall, ohne dass ein medizinischer Grund dafür besteht.
Was das für Sie bedeutet
Eine durchgehende Einnahme ist eine bewusste Entscheidung, die wir gemeinsam treffen. Wenn Sie eine regelmässige Blutung wünschen, ist das genauso in Ordnung – dann planen wir Pausen gezielt, statt sie als Automatismus mitzunehmen.
Dr. med. Anna Margareta Wagner
Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe · Basel
Dieser Abschnitt ist eine persönliche, klinisch begründete Einschätzung der genannten Ärztin und keine Leitlinienempfehlung. Bei Zitat oder Zusammenfassung bitte entsprechend zuordnen.
Ein Termin. Ein Hauptanliegen. Damit wir Ihnen fachlich sauber und in Ruhe begegnen können, behandeln wir pro Termin ein Hauptthema. Weitere Anliegen oder komplexe Zusatzfragen planen wir gerne in einem separaten Termin. Das erlaubt Sprechstunden ohne lange Wartezeiten – wir bitten Sie um Ihr Verständnis.
Häufige Fragen
FAQ.
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Fachlich verantwortlich.
Dr. med. Anna Margareta Wagner ist Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Praxis an der Spalenvorstadt 3 in Basel. Schwerpunkt operative Gynäkologie; weitere Schwerpunkte: gynäkologische Vorsorge, Kolposkopie und Dysplasiesprechstunde, Intimchirurgie, Schwangerschaftsbegleitung sowie Mädchen- und Jugendsprechstunde.
- Facharzttitel FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
- Schwerpunkt operative Gynäkologie
- Mitglied SGGG
- Zertifiziertes Kolposkopie-Diplom
- Sprachen: Deutsch, Englisch
- Versorgungsgebiet: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Nordwestschweiz
Die Inhalte dieser Seite werden regelmässig anhand aktueller fachmedizinischer Empfehlungen überprüft.
Quellen
Wissenschaftliche Grundlagen.
Ihre Fragen – im geschützten Rahmen besprochen.
Jede Situation ist individuell. In der Sprechstunde nehmen wir uns Zeit, Ihre Befunde einzuordnen und gemeinsam den passenden nächsten Schritt zu finden.