Wissen · Dr. med. Anna Margareta Wagner · FMH

Senkung (Prolaps): Abklärung und Therapie in Basel

Dr. med. Anna Margareta Wagner
Medizinisch geprüft von Dr. med. Anna Margareta WagnerFachärztin FMH · Gynäkologie und Geburtshilfe · Basel

Prolaps Basel – Gebärmuttersenkung, Blasensenkung, Scheidensenkung, Descensus genitalis, Pessar, Beckenboden

Fachlich geprüft am · Dr. med. Anna Margareta Wagner, FMH Gynäkologie und GeburtshilfeSpalenvorstadt 3 · 4051 Basel · +41 61 666 62 10
  • FMH Gynäkologie

    Facharzttitel

  • SGGG

    Mitglied

  • Kolposkopie-Diplom

    Zertifiziert

  • DE · EN

    Sprachen

  • Spalenvorstadt 3

    4051 Basel

Auf einen Blick

Als Senkung (Descensus genitalis, Prolaps) bezeichnet man ein Tiefertreten von Gebärmutter, Scheide, Blase oder Enddarm durch eine Schwäche des Beckenbodens und der stützenden Bänder. Je nach betroffenem Organ spricht man von Gebärmuttersenkung (Uterusprolaps), Blasensenkung (Zystozele), Enddarmsenkung (Rektozele), Dünndarmsenkung (Enterozele), Scheidensenkung oder – nach vorausgegangener Gebärmutterentfernung – Scheidenstumpfsenkung.

Die Senkung ist keine Seltenheit und kein Grund zur Scham. Viele Frauen sprechen erst spät darüber. Dabei stehen heute verschiedene wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung – oft ohne Operation. Nicht jede Senkung muss operiert werden.

Betroffen sind Frauen jeden Alters – häufiger nach Geburten, in und nach den Wechseljahren sowie bei Bindegewebsschwäche. Wir besprechen Ihre Beschwerden diskret, strukturiert und ohne Zeitdruck und entwickeln gemeinsam ein Behandlungskonzept, das zu Ihrem Alltag und Ihren persönlichen Zielen passt.

Das Wichtigste
  • Muss jede Senkung operiert werden? Nein.
  • Was hilft zuerst? Beckenbodentraining und Pessar.
  • Hilft Laser gegen die Senkung? Nein – eine Senkung selbst wird durch eine Laserbehandlung nicht korrigiert.
  • Kann man Beschwerden lindern? In den meisten Fällen ja.
  • Eine Senkung ist häufig und kein Grund zur Scham.
  • Die Therapie richtet sich nach Beschwerden, Alltag und Lebensphase – nicht allein nach dem Befund.
Ursachen

Die Senkung entsteht durch eine Schwäche von Beckenboden, Bindegewebe und stützenden Bändern. Vaginale Geburten, Östrogenmangel in und nach der Menopause, chronische Belastung (Husten, Verstopfung, schweres Heben) und eine angeborene Bindegewebsschwäche sind die häufigsten Faktoren.

Risikofaktoren

  • Nach vaginalen Geburten – insbesondere mehrere oder mit grossem Kind
  • In und nach den Wechseljahren (Östrogenmangel)
  • Chronischer Husten, chronische Verstopfung
  • Schweres Heben, körperlich belastende Berufe
  • Übergewicht
  • Angeborene Bindegewebsschwäche
  • Zunehmendes Alter

Häufigkeit

Rund jede zweite Frau entwickelt im Verlauf des Lebens eine Form der Senkung; nicht alle haben jedoch relevante Beschwerden.

Symptome & Befunde

Typische Beschwerden

  • Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide
  • Sichtbare oder tastbare Vorwölbung in der Scheide
  • Ziehen im Unterleib, Rückenschmerzen – vor allem abends
  • Blasenbeschwerden: Harndrang, unvollständige Entleerung, Belastungsinkontinenz
  • Beschwerden beim Stuhlgang, Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • Schmerzen oder Missempfindungen beim Geschlechtsverkehr
  • Beschwerden beim Sport oder beim Heben

Häufige Zufallsbefunde

  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • Trockenheit und Reizung der Scheide (v. a. postmenopausal)

Wann wird es entdeckt?

Viele Frauen bemerken die Senkung erst, wenn sie abends stärkere Beschwerden haben oder eine Vorwölbung tasten. Eine frühzeitige Abklärung lohnt sich – konservative Massnahmen wirken umso besser, je früher sie beginnen.

Diagnostik

Die Abklärung erfolgt durch eine sorgfältige Anamnese und eine gynäkologische Untersuchung mit Beurteilung der Senkung nach POP-Q-Stadien. Ergänzt wird sie durch einen Ultraschall (inkl. Restharnbestimmung) und – bei begleitender Inkontinenz – ein Miktionstagebuch. Komplexe Befunde werden gemeinsam mit einer spezialisierten uro-gynäkologischen Klinik geplant.

Untersuchungen

  • Anamnese: Beschwerden, Alltag, Geburten, Menopause, Vorerkrankungen
  • Gynäkologische Untersuchung mit POP-Q-Beurteilung
  • Ultraschall Beckenorgane und Blase, Restharnbestimmung
  • Miktionstagebuch bei Inkontinenz
  • Bei Bedarf: Überweisung zur urodynamischen Untersuchung

Was bedeuten die Befunde?

Ziel ist eine klare Einordnung

Welches Kompartiment ist betroffen? Wie ausgeprägt ist die Senkung?

Und vor allem

Wie stark beeinträchtigt sie den Alltag? Behandelt wird nicht der Befund allein, sondern die Beschwerden.

Behandlung

Beobachten

Erste Wahl bei symptomatischer Senkung sind konservative Massnahmen: angeleitetes Beckenbodentraining bei einer spezialisierten Physiotherapie, Gewichtsoptimierung, Behandlung von chronischem Husten und Verstopfung sowie eine rückenschonende Technik beim Heben. Unterstützend steht in unserer Praxis der EMP Chair Pro zur Verfügung – ein Behandlungsstuhl, der mit hochintensiven elektromagnetischen Impulsen (HI-EMP) die gesamte Beckenbodenmuskulatur unwillkürlich kontrahieren lässt. Sie sitzen bekleidet, die Sitzung dauert rund 28 Minuten, ist schmerzfrei und ohne Ausfallzeit. Er kräftigt und strafft den Beckenboden und lindert damit vor allem begleitende Inkontinenz und ein leichtes Senkungsgefühl; eine ausgeprägte Senkung wird dadurch nicht anatomisch korrigiert.

Medikamente

Ein Pessar (Ring, Würfel, Schale) stützt Beckenorgane und Harnröhre von innen – es ist sehr wirksam, nebenwirkungsarm und in vielen Fällen eine dauerhafte Option, besonders wenn (noch) keine Operation gewünscht ist. In und nach der Menopause bessern lokale Östrogene die Schleimhaut, die Sensibilität und die Infektanfälligkeit deutlich und erhöhen die Verträglichkeit von Pessaren. Eine Senkung selbst wird durch eine Laserbehandlung nicht korrigiert.

Operation

Bei ausgeprägter, symptomatischer Senkung und ungenügender konservativer Therapie kommen operative Verfahren in Betracht – vaginal, laparoskopisch oder als Sakrokolpopexie. Diese Eingriffe erfolgen an einer spezialisierten uro-gynäkologischen Klinik; wir begleiten Indikationsstellung, Vorbereitung und Nachsorge in der Praxis.

Prävention
  • Regelmässiges Beckenbodentraining – insbesondere nach Geburten und in der Menopause
  • Gewicht im gesunden Bereich halten
  • Chronischen Husten und Verstopfung konsequent behandeln
  • Schweres Heben mit korrekter Technik, Beckenboden bewusst mitspannen
  • Bei ersten Beschwerden frühzeitig abklären lassen – nicht abwarten
Fokussierte Sprechstunde

Ein Termin. Ein Hauptanliegen. Damit wir Ihnen fachlich sauber und in Ruhe begegnen können, behandeln wir pro Termin ein Hauptthema. Weitere Anliegen oder komplexe Zusatzfragen planen wir gerne in einem separaten Termin. Das erlaubt Sprechstunden ohne lange Wartezeiten – wir bitten Sie um Ihr Verständnis.

Häufige Fragen

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Über die Autorin

Fachlich verantwortlich.

Dr. med. Anna Margareta Wagner ist Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe mit eigener Praxis an der Spalenvorstadt 3 in Basel. Schwerpunkt operative Gynäkologie; weitere Schwerpunkte: gynäkologische Vorsorge, Kolposkopie und Dysplasiesprechstunde, Intimchirurgie, Schwangerschaftsbegleitung sowie Mädchen- und Jugendsprechstunde.

  • Facharzttitel FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Schwerpunkt operative Gynäkologie
  • Mitglied SGGG
  • Zertifiziertes Kolposkopie-Diplom
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Versorgungsgebiet: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Nordwestschweiz

Die Inhalte dieser Seite werden regelmässig anhand aktueller fachmedizinischer Empfehlungen überprüft.

Quellen
Persönliches Gespräch

Ihre Fragen – im geschützten Rahmen besprochen.

Jede Situation ist individuell. In der Sprechstunde nehmen wir uns Zeit, Ihre Befunde einzuordnen und gemeinsam den passenden nächsten Schritt zu finden.

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei medizinischen Beschwerden konsultieren Sie bitte eine Fachärztin oder einen Facharzt.

Notfall: Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie 144 oder kontaktieren Sie das Universitätsspital Basel.

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